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Dankbarkeit im Alltag: Einladung zum Blickwechsel

 

"Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken." Wenn es so leicht wäre, müsste man ja nur seine Gedanken ändern und wir würden uns und unsere Welt verändern. Unwahrscheinlich...oder?

 

Selbsterfüllende Prophezeiung

In der Psychologie fand man einen Effekt, der diese buddhistische Weisheit stützt: die sogenannte self-fulfilling prophecy oder auch sich selbsterfüllende Prophezeiung. Das sind Vorannahmen, Erwartungen, also Gedanken, die unser Verhalten und unser Miteinander so beeinflussen, dass genau das erschaffen wird, was zuvor angenommen wurde. Der Psychologe Robert Rosenthal zum Beispiel untersuchte die Auswirkungen von sozialen Erwartungen im schulischen Kontext. In seinem Experiment wurden zufällig Schüler einer Grundschule ausgewählt. Den Lehrern erzählte man nun, das diese Schüler hochbegabt seien. Und tatsächlich entwickelten sich ein Drittel der vermeintlich Hochbegabten während des Schuljahres in ihrer schulischen Leistungen signifikant positiver als die anderen Schüler (1).

 

Dankbare Menschen leben länger?

Es gibt noch mehr wissenschaftliche Hinweise, wieso sich eine positive Einstellung lohnen kann. In der "Nonnen-Studie" (2) untersuchten Forscher hierzu die Lebenserwartung von katholischen Ordensschwestern. Die Schwestern mussten vor Ordenseintritt als junge Frauen ihre Lebensgeschichte aufschreiben und diese Biografien konnten dann unterteilt werden in "viele positive Gefühle" und "wenige positive Gefühle". Es zeigte sich, dass die Schwestern mit "vielen positiven Gefühlen", sie äußerten viele positive Worte wie z.B. Dankbarkeit, Glück oder Freude, ein höheres Lebensalter erreichten verglichen zu den Schwestern mit "weniger positiven Gefühlen" in der Biografie. Die Forscher schlussfolgerten, dass es einen starken Zusammenhang zwischen positiv-emotionalen Inhalten der Biografien in jungem Erwachsenenalter und der Langlebigkeit ca. 60 Jahre später gibt.

 

Dankbarkeit und eine positive Einstellung wirken sich schon viel eher, im Alltag, aus. Emmons zeigte mit seinen Kollegen (3), dass dankbare Menschen stressfreier und glücklicher leben. Menschen, die sich über 10 Wochen täglich in Dankbarkeit übten, gaben an, dass sich ihr Schlaf und ihre Stimmung verbessert hatten, sogar der Umgang mit Schmerzen leichter sei.

 

Und wie genau ändert man seine Gedanken? Wie bekommt man eine positive Einstellung? Wenn Du Lust hast, genau das herauszufinden und für Dich ausprobieren möchtest, wie eine positive Einstellung und Dankbarkeit Deinen Alltag bereichern kann, lade ich Dich ein, bei der 30 Tage Challenge BLICKWECHSEL dabei zu sein! Du erhältst 30 Tage lang eine Impulsmail täglich, um Deinen Blick auf das Positive zu lenken, Dankbarkeit zu praktizieren. Nicht ohne Grund ist es eine Challenge. Im Alltag kann es manchmal gar nicht so leicht sein, sich einen Monat lang täglich Zeit für sich zu nehmen. Nimmst Du die Herausforderung an?

 

Am 21.9.17 startet die Challenge. Eine Teilnahme ist kostenfrei.

Zum Nachlesen und Vertiefen - Quellen:

(1) Zimbardo & Gerrig (1999). Psychologie. Berlin: Springer.

(2) Danner, D. D., Snowden, D. A., & Friesen, W. V. (2001). Positive Emotions in Early Life and Longevity: Findings from the Nun Study. Journal of Personality and Social Psychology, 80, 804-813.

(3) Emmons, R. A., & McCullough, M. E. (2003). Counting blessings versus burdens: An experimental investigation of gratitude and subjective well-being in daily life. Journal of Personality and Social Psychology, 84, 377-389.

Bild: pixabay.com (c)smitherine